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Bebilderte Geschlechterbücher der deutschen Renaissance |
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Im Rahmen dieser Seiten können nur einige wenige weitere Beispiele aus Edition und Kommentar geboten werden. Sie sollen einen ersten Eindruck vermitteln und Appetit auf das Ganze machen: - Kostümfiguren Die in diesen Seiten gezeigten Bilder der Chronik Eisenberger Bild 6, 42, 48, 91/2, 100’, Ausschnitt 120 (Banner), 143 (Titel) sind im Original ca. 155 mm breit (volle Breite des Blocksatzes der Chronik); Bild 182’ hat ca. 180 mm Originalbreite. _______________________________________________________________ Kostümfiguren
(siehe Titelbild [Start-Seite], Banner und die folgenden Bilder)
Bild 182’: Philipp von Eisenberg und seine dritte Frau Juliana von Schmittburg. Zusammen mit den Kostümbildern der angeheirateten patrizischen Verwandtschaft aus Frankfurt werden 250 Jahre Kostümentwicklung weitgehend richtig wiedergegeben, sichtbarlich an bildlichen Vorlagen orientiert, wie etwa Grabmälern.
Bild 100’: I. Heinrich Rorbach. Seine haussfraw. Das Grabmal des Reichsschultheißen Rudolf von Sachsenhausen (+ um 1373) im Frankfurter Dom wurde - zeitlich
passend - zum Vorbild der Figur des Frankfurter Patriziers Heinrich Rorbach (+ 1400). Entsprechend der Erzählung, daß er Rudolf von Wittelsbach diente, wurde eine Ritterfigur genommen. Für die unbekannte Frau wurde - ebenfalls
passend - Konne von Spangenberg (Heirat 1401) aus dem Frankfurter Hausbuch Melem gewählt.
Der Ortenberger Keller bzw. Amtmann Philipp Eisenberger d.Ä. im Streit mit Reinhard Graf von Isenburg (1550er Jahre)
Nachmals es sich weitter begabe, das Grave Ludtwig zu Stolberg, welcher vor kurtzem die Graveschafft Konigstein
hatte inbekommen, in das ampt Ortenberg kame, allerhand lusten mitt jagten und fischereyen zu haben. Dahin bate und beschriebe er wolgemelten seinen vettern Grave Reinharten, der auch hinkame. Wie sie dan einsmals uf
der fischerey waren und Philips Eisenberger auch seiner amptsgeschefft halben hinauß zu seinem herrn ginge, und der Grave ihnen ersahe, sprach er ihn an mitt den wortten: Er wölte ihm hiemit hoch betheuret und versprochen
haben, wo er ihnen ereilett, eine schwertsschayden auß ihm zu machen. Philips Eisenberger aber greiffe in die taschen, zoge einen hartten schreckenberger [sächsische Münze] herauß, bote ihn dem Graven mit deren anzeig:
Ihre Gnaden söltten eine schwertscheyden bey dem Messerschmit bestellen laßen, die andere (seinen leib meinend) werde ihm noch nit feyl. Das erzurnete Grave Reinhardten noch mehr, also das Grave Ludwigk ihn
Philipsen hieße beiseits gehen. Aber Grave Ludwig sprach nachmals ihn Grave Reinhardten seinen vettern deßwegen selbst an, er söltte sich thätlichen fuhrnehmens gegen Philipsen seinem Diener und Beampten enthalten
, dan alles was er hierinnen gehandlett hette, were auß pflicht und bevhelch auch billich geschehen: Hette demnach Grave Reinhardt etwas darwider zu handlen: Sollte ers gegen ihm Grave Ludwigen selbsten, und nit den dienern
fuhrnehmen. Deßen wölte er sich gegen ihm hierzu gutlichen und rechtlichen austrags und vergleichung erbotten haben. Es ware aber auch dieses bey Grave Rheinhartten unverfenglich. Die “Hofposse” zu Königstein (um 1470/75)
Bild 6: Ein artige doch in ernst ausgangne histori. Den andern tage schicketen sie, oder ließen vielmehr durch seinen diener dem krancken anzeigen, es werde der
doctor und artzt von Franckfurth kommen, nach seiner Ehrnvest gefallen ihn zu besuchen, die umbstende der schwachheit zuerlernen, und notturfftige mittel und artzney zu verordnen; deßen dan der kranck wol zufriden, idoch
von seinem diener dahin beredet warde, das betth zu erfrischen, das er sich dieweil in eine stuben darbey uf einen
seßel fuhren ließe. Inmittelst der kranck uf dem seßel sitzt und das betth zugericht wirdt, verfuget sich der von Bommersheim heimlich in die kammer, leget sich oben uf das Gehimmelts des Bettes: Er war eine lange
schwartze durre person, truckenen gesichts, mit einem schwartzen barth, großer gebogener naasen, und hatt ihm zu disem spill ein scheußlichs kleid, wie auch einen altten hutt, und daruf zwey krummer hörner machen laßen zur
teufrfels gestalt: Nach solchem, warde der kranck durch sein diener wider zu bett gelegt, und nach rhatt deß Medici (damit er die anstellung nit mercken möchte), umb das angesicht vor die lufft widerumb zugedeckt und woll
verhullet, das er nit umb sich sehen möchte. Baldt darnach kam Walther Eisenberger der artzte, der hatte sich gleichfals zu solcher person mit allerhand kleidung versehen und gefaß gemacht, verenderte seine stimme, und
grüssete den junckhern, fragendt, wi es sich mit ihm verhielte: Da ihm dan der edelman gantz krenckerlich antwortete, sein schmertzen und schwachheit anzeigte, und ihm der Medicus den pulß begreiffen thete. Zeiget er
seiner Ehrnvest an, eß were mit der kranckheit gantz gefehrlich geschaffen, nit viel hofnung lengern lebens vorhanden. Jedoch wölte er S.E. etwas zurichten und in der Cura an möglichem vleiß nichts erwinden laßen. S.E.
sölte aber nit wenigers auch sich zuvorderst allein, mit Gott versehen, einen geistlichen zu sich erfordern, und sich trösten lassen. Ob whol dan der krancke dardurch zaghaffter ward. Jedoch ward dem diener einen pfarherr
zubeschicken anbefholen. Entlich kame der Reiffenstein in einem gaistlichen habit durchauß beklaidett, verwandelte gleichfals seine stimme, grußet den junckhern, die ursach der beschickung anzuhoren. Welche da ers
hette vernhommen, tröstet er ihn nach bestem vermögen (wie er dan nit allein ein verstendige person, sondern auch zu allerhand schimpflichen höfhendeln ein außbundt war) auch underm anderm mit diesen wortten: Es wüste sich
seine E. selbst zuberichten, das der böse feind dem Menschlichen geschlecht zuwider, und bevorab, wan es zum letztenn stundlin kömmen wöltte, den Christen hartt zusetzen thete. Darumb sollten sich seine E. auch zu Gott
wenden, den er ohne zweyvel sey, das auch itzo der böse, nit weit von dannen s.E. allerhand gedancken einschießen wurde. In dem er nuhn solches redet, reget sich der von Bommersheim uf dem Betth und gehimmelts,
hatte sein hutt mit den hörnern uf, und siehet vom betth herab den krancken gantz storrig an. Da dan der krancke das gedöne uf dem betth horet, erschricket, und uber sich sihet, wird er deß gesichts gewahr, so uf ihn gantz
scheußlich gerichtet: Darob er sich zum höchsten entsetzt, Gott umb hulf und rettung anruffet, das ihn auch sein diener im bett halten, und trösten mußen. Ist demnach allem (unbewust auß solchen schrecken oder rechter
schwachheit) in wenig tagen darnach gestorben: Das also solche schimpfliche anschlege nit alzeitt uf glucklichen ausgangk zuwagen. Hospitalszene 1567 in Frankfurt (Bild & Text)
Diese Anna ward in irer jugent gen Himmelthal ins closter gethan zu der Eptissin ihrer Mutter Schwester, deren
droben folio 53 gedacht worden, nehen, schreiben und lesen zulernen. Und war etliche jahr drinnen, begegnete ihr ein großer schadt, und warde verzaubert dergestaltt: Ein altes weib und Zauberinne hette die Eptissin gern
beschädiget und hatt ihr etwas uff eine stegen im Closter vor der kuchen gelegt: Nuhn schickete di Eptissin das Mägdlin ohne gefehr etwas auszurichten in die kuchen, das es gerade hinab ging; wie es wider hinauf gehen will,
fengt es an zu hincken, klagt die schenckell: Daruff gewanne es geschwulsten am halß und armen, die brachen uff, und warden ihm mit träncken under sich in die schenckel getrieben. Da aber der schmertzen zunhame, schickete
es der vatter genn Franckfurtt, da hatte es der zeit berumbte welsche artzte, gabe ihm Barbarin seine schwester ihr zu warten zu. Es wölte aber der schaden nit nachlaßen, sondern geriethe so weit, das die Ertzte entlich
vermeinten, man muste ihr den schenckel abschneiden. Der vatter wölte nit drein willigen. Also musten sie ein ander mittel fuhrnehmen, das es ein stetiger fluß bleiben sölte. Sie haben ihm mitt fleten [6] oder schermeßern
stuck fleisch aus dem schenckel geschnitten, mitt gluenden eisen es gebrent, mit meisseln und kluppel mehr als ein handt vol bain ihr auß der beinröhrn geschlagen. Das hat das Mägdlin mit großer verwunderung erstanden, da
doch darbey auch Barbirer, so es gesehen in onmacht gefallen. Dar nach kam sie wider ins Closter, und zoge einsmals uf den Odenwaldt zu ihrem vettern Hans Gansen von Otzberg und seiner Hausfrawen Margretha Wildentin
von Hecksdorff genantt, verwarloste den schenckel mitt verbinden, das der fluß zuheiltte. Also da sie uber ettliche wochen widerumb ins closter kame, warde sie schwach, und starb; ligt auch zu Himmelthal im Closter begraben,
das geschache anno Christi 1567. Historia Anni 1499 (vergl. Quelle der Historia Anni 1499) Rex invitarat quondam ad convivia Gallus Übersetzung des Gedichtes von Manfred Flieger, München: Die Sprache der Chronik (Auszug) Franz I. 1519 in Rüsselsheim? Einziges Pendant zum "Gothaer Liebespaar" [16]
Bild 42: Weigandt Kessler. N. von Breitenbach seine hausfraw. Das in der Chronik Eisenberger (Bild 42) wiedergegebene Doppelbildnis des Mainzer Zollherrn Wiegand Keßler und
seiner Frau NN von Breitenbach [17], das der Chronist im ererbten Mainzer Hause vorfand, habe ich wegen seiner
verblüffenden Ähnlichkeit zum berühmten "Gothaer Liebespaar" an anderer Stelle ausführlich diskutiert [18]. Philipp Eisenberger hat sich im Titelbild seiner Chronik mit seiner ersten Frau in dieser Art (Ehepaar hinter einer Brüstung),
darstellen lassen (Bild Y). In den Abmessungen ist das Keßler-Bildnis bemerkenswerterweise genau ein Zehntel so groß wie das Gothaer Bild [19]. Bei dem Wappen der NN von Breitenbach – roter Greif in Gelb (Gold) – ist trotz der
abweichenden Farben wohl an die von Breidbach – roter Greif in Silber – zu denken [20]. Das im Gothaer Liebespaar nur eine gezeigte Wappen kann danach als das bildliche Programm der Wiedervereinigung der Herrschaften Eppstein-Eppstein [21] gedeutet werden mit gleichem, symmetrischem Wappen [22]. Meine
detaillierte Untersuchung der Farbanlagen dieses Wappens zeigte, daß ursprünglich die Farben von Eppstein (drei rote Sparren auf Silber beziehungsweise Weiß) genauso möglich waren, wie die von Hanau (drei rote Sparren auf
Gold beziehungsweise Gelb). Das Gothaer Paar könnte demnach Eberhard IV. von Eppstein-Königstein und Agnes von Eppstein-Münzenberg sein, deren Verlobung 1494 allerdings zugunsten Emich VIII. von Leiningen bald gelöst
wurde. Andere Forscher geben andere Deutungen [23], ohne allerdings bisher substantiell auf meine genannte Farbanlagenuntersuchung einzugehen. Solange diese nicht widerlegt ist, kann davon ausgegangen werden, daß
ursprünglich gleichermaßen die Eppsteiner oder Hanauer Farben gemeint gewesen sein können [24]. – Ein Argument zur Stützung meiner Hypothese Eppstein-Eppstein sei hier fortgeführt: Der Eheanfechtungsprozess von Emich VIII. von Leiningen gegen Agnes von Eppstein wurde de et super vinculo seu federe matrimonii (matrimonali)
geführt [25], also "wegen der (Ehe-)Verbindung oder der Eheschließung" [26]. Im Gothaer Liebespaar und Keßler
-Bild ist die Schnur bildlich und textlich (Spruchbänder) stark hervorgehoben. Die Umschnürung der halben Mützenquaste [27], wie beim Gothaer Jüngling, findet sich (wohl als Zeichen der Verlobung/Ehe) auf verschiedenen Bildnissen [27a], was bisher weder die Kostümforschung, noch die Symboleforschung diskutiert hat; so wechselte
auch Albrecht Dürer mit seinen berühmten Selbstporträts von der Mützenquaste ohne Schnur (1493, vor der Ehe; Prado) nach der Eheschließung auf die Mützenquaste mit Schnur (1498, Louvre) [28]. Die Schnur, das Band (im Keßler-Bildnis als die Arbeit zitiert) ist damit wohl ein Zeichen der festen Bindung (Verlobung/Ehe). – Auch vor
diesem Hintergrund erscheint mir meine Hypothese für die Personen des Gothaer Liebespaares als am wahrscheinlichsten. Da aber alles Indizienbeweise sind, darf zu diesem faszinierenden Doppelbildnis der
altdeutschen Kunst bis zu weiteren klärenden Quellenfunden der Phantasie auf der Basis Eppstein oder Hanau (einschließlich eventuell gemeinter Idealisierung ohne Personenzuordnung [29]) freier Lauf gestattet werden. Anmerkungen: [1] Die Chronik bietet eine reiche Auswahl, so etwa bei beiden Grafen auf Bild 48, nicht jedoch beim Keller Philipp Eisenberger. Kühnel, Bildwörterbuch, Knieband sowie Landknechtskleidung. [zurück] [2] Seine gleichrangigen patrizischen Freunde standen in Repräsentativität und Anspruch von Kleidung und Attributen nicht dahinter zurück; vergl. etwa seinen Schwager (Bild 116). – Das weiße, blütenartige Gebilde an der linken Ecke des Oberrocks unseres Chronisten rührt von einer Beschädigung des Papieres und der Zeichnung. [zurück] [3] Die Braguette, mit der damals die männlichen Genitalien an der Herrenkleidung betont wurden, ist in der Chronik Eisenberger stets dezent dargestellt. In dem einzigen Fall, wo sie etwas deutlicher präsentiert wird, der Szene mit Graf Reinhard von Isenburg, mildert der Eisenberger Zeichner sogar die Vorlage (Amman): Der zerhauene Stoff der Hose wird auch über die Braguette gezogen (Bild 48 und 48*). [zurück] [4] Ähnlich dem Keßler-Bild (Bild 42), das der Chronist im Mainzer Hause vorfand, Kap. C3i bzw. in dieser Seite zum "Gothaer Liebespaar". [zurück] [5] Zander-Seidel, Textiler Hausrat, S. 190-192. [zurück] [6] Fliete: Aderlaßeisen. [zurück] [7] Keil, sowie Stromayr, Practica Copiosa, fol. 90, 93 u. 93‘ (Bild 14, 16 u. 17), beim Letztgenannten streiten sich ein Rabe und ein Hund um einen Brocken unter dem Operationstisch während einer Bruchoperation. [zurück] [8] Zum Vergleich bietet sich die Amputationsdarstellung Hans Seyffs beim Unterschenkelbrand Kaiser Friedrich III. (+1493) an. – Zu Bild und Text verdanke ich Hinweise Gundolf Keil, Würzburg. [zurück] [9] S. 29: gestockt, in den Stock gelegt, siehe Bild 14‘. [zurück] [10] Sanuto XVII, Sp. 415, 438 u. 458. Die Wahl fand am 28. Juni statt. Die Übersetzung der entsprechenden Texte aus dem Altvenezianischen verdanke ich Marietta Civelli, Rom, vermittelt durch Ima Rörscheid, Kelkheim. [zurück] [11] Hinweise auf die französischen Chroniken verdanke ich Jean-Daniel Pariset, Paris. Vergl. Barillon; Bourrilly; Florange; Louise de Savoie. [zurück] [12] Vergl. Catalogue des actes François Ier; Kluckhohn, Reichstagsakten; Barillon; Lisch; Sanuto. [zurück] [13] Auch Franz von Sickingen hatte chiffrierte Briefe benutzt: Waltz, Flersheimer Chronik, S. X (vergl. Anh. 9, R3). [zurück] [14] Zu dem entsprechenden Versuch Heinrich II. in der Mitte des 16. Jahrhunderts: Pariset. In Deutschland gab es vom 14. bis über die Mitte des 16. Jahrhunderts Formulierungen wie das Reich in deutschen und welschen Landen und Heiliges Reich teutscher und welscher Nation (Lutz, S. 7-8). [zurück] [15] Zur Wahl 1519 vergl. auch Brandi sowie Kalkoff (und Press, Adel, S. 411), zu Franz I. auch Hackett sowie Guerdan. Lutz, S. 13, verweist darauf, daß es eine neue Analyse der Wahlakten und des Wahlkampfes 1517/19 nicht gibt. [zurück] [16] Das Gothaer Liebespaar liegt mehrfach gedruckt in Farbe vor. Siehe allgemein hierzu die jüngere Literatur. Abbildung im Internet via Suchmaschine und dort Bilder: Siehe Links [zurück] [17] In Gold sein Ring am rechten Zeigefinger, ihre Kette und ihr Haarnetz. [zurück] [18] Bock, Verlobung. Hanns Hubach, Haßloch, verdanke ich den Hinweis, daß das Vorbild solcher Paar -Darstellungen die verlorenen Fresken der Kurfürsten-Paare im Heidelberger Schloß seien, also Darstellung von Herrscherpaaren am Hofe. Man wollte dort gegenüber den Münchener Wittelsbachern Ansprüche behaupten; es wurden nur regierende Kurfürsten dargestellt. Vergl. Beitrag Hubach in: Katalog "Der Griff nach der Krone. Die Pfalzgrafschaft bei Rhein im Mittelalter". (Schätze aus unseren Schlössern. Eine Reihe der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Bd. 4) Regensburg 2000, Nr. 228. [zurück] [19] 112 x 83 mm (ohne Wappen) zu 118 x 82,5 cm; vergl. Bock, Verlobung, Anm. 1 u. 7. [zurück] [20] Hinweis Hellmuth Gensicke, Wiesbaden, 1996: Von Breidbach vom Stammsitz Rheinbreitbach bei Neuwied, stammverwandt mit den Herren von Drachenfels, die einen roten Drachen in Silber im Schild führten; vielleicht sei Keßlers Frau auch eine nicht ebenbürtige Tochter dieses Geschlechts (s.a. Humbracht, Tafel 8). [zurück] [21] Vergl. zu dem ganzen Vorgang auch Schäfer, Eppstein, S. 158, 349-350 u. 365. [zurück] [22] Dies erscheint als die einzig stimmige Erklärung für nur ein Wappen beim Gothaer Bilde; leider ist es ziemlich unwahrscheinlich, daß sich ein ähnlicher Fall einer geteilten Herrschaft, die durch Heirat wiedervereinigt werden soll und deren Wappen symmetrisch ist, finden läßt. – Mit der Möglichkeit, es sei wie in der Hennebergischen Genealogie (Gothaer Exemplar, Anh. 9, G1, vergl. Kap. C3a) nur das Wappen der Frau angegeben, müßte angenommen werden, daß eine Ahnengalerie seitens der Familie des Mannes mit solch extrem großen Formaten geplant gewesen sei (was unwahrscheinlich ist) und sich ein passendes weibliches Mitglied der Familien Hanau oder Eppstein finden lassen (was nicht in Sicht ist). – In den Genealogien der Herzöge von Mecklenburg sowie denen der Grafen von Henneberg (G1-3) erscheinen die Wappen stets ohne Helm und Helmzier. [zurück] [23] Hess, Meister; Hess, Liebespaar; Hess, Liebespaar/Absicherung; hierzu Spiess, Dynastie, speziell S. 41, dies bleibt demnach weiterhin reine Spekulation; ebenso kritisch Häder, Jahreszeiten, S. 350, daß Bock von Hess und den anderen Autoren des Katalogs Jahreszeiten nicht diskutiert werde; neuerdings Niehr sowie Heinzelmann; zu Letzterem vergl. die Besprechung von Häder: Heinzelmann halte zunächst eine konkrete Porträtabsicht für "völlig ausgeschlossen", gäbe dann aber doch der Versuchung nach, einen weiteren Grafen von Hanau und eine seiner Konkubinen als eigenen Identifizierungsvorschlag zu unterbreiten. [zurück] [24] Bock, Verlobung, S. 177 u. 179. Siehe auch die Stellungnahme: Bock, Unbekanntes Liebespaar. [zurück] [25] Mehrfach so in: Or II E 8a [copia remissionis, inzwischen wieder im Archiv; vergl. Stöhlker, Anmerkungen, S. 38, u. Schäfer, Eppstein, S. 477]. [zurück] [26] vinculum, Schnur, Band, Fessel (vergl. ad vincula Petri, Kettenfeier Petri = 1. August); vinculum conjugale, vinculum matrimonii, Eheband. [zurück] [27] Aber auch die gedoppelte Mantelschnur; Bock, Verlobung, Anm. 161. [zurück] [27a] Eine Umschnürung der (ganzen?) Mützenquaste beispielsweise auch bei dem 22jährigen Jüngling, oberrheinischer (?) Meister von 1490, laut Buchner möglicherweise ein Verlobungsbildnis (vgl. Ernst Buchner, Das Deutsche Bildnis der Spätgotik und der frühen Dürerzeit, Berlin 1953, Katalog Nr. 50, Abb. 49 und S. 60-62). (7.11 .2003) [zurück] [28] Bock, Verlobung, Anm. 163. Auch der Vergleich von Dürers Selbstporträts bei Panofsky, Leben und Kunst Albrecht Dürers, Schweikhart, S. 185-187, Peter Strieder, Dürer, Augsburg 1996, S. 18-25, oder bei Joseph L. Koerner, The Moment of Self-Portraiture in German Renaissance Art. Chicago, London 1993, S. 30-43, geht auf solche Details der Kleidung nicht ein. Zur Deutung der Distel (Eryngium) im Selbstporträt von 1493: Jeroen Stumpel , Jolein Kregten, In the name of the thistle: Albrecht Dürer’s self-portrait of 1493, in: Burlington Magazine, Nr. 1186, Januar 2002; zitiert nach der Besprechung hierzu von Wilfried Wigand, Der Name der Distel. Dürers Selbstporträt von 1493 wurde bisher zu Unrecht als Verlobungsbild angesehen, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 6.3.2002, S. N3. Übrigens schon Strieder, S. 19-20 (s. oben), verneint die Funktion als Brautwerbungsbild und verweist auf die Mehrschichtigkeit der Bedeutung des Eryngiums. [zurück] [29] In einer kürzlich erschienenen, sehr lesenswerten Analyse wird das eine Wappen als dynastische bzw. Besitzer-Markierung gedeutet: Barbara Welzel: Sichtbare Herrschaft - Paradigmen höfischer Kunst, in: Principes. Dynastien und Höfe im späten Mittelalter. Herausgeg. von Cordula Nolte, Karl-Heinz Spieß u. Ralf-Gunnar Werlich. (Residenzenforschung 14) Stuttgart 2002, S. 87-106, hier S. 96-98. (19.7.2003) [zurück] |
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